Strahlungsarmes Mühltal
BürgerInitiative für ein strahlungsarmes Mühltal

Die 5-Gretchenfragen: Antworten der Die Mühltaler

1. Wie wichtig ist Ihrer Partei/Wählergemeinschaft der kabelgebundene Glasfaserausbau hier in Mühltal bis an jedes Haus/Gebäude gegenüber dem zusätzlichen flächendeckendem Ausbau von mobilem 5G mit Frequenzen ab 3 GHz, für das viele weitere Sendeanlagen nötig wären? Wo liegt Ihre Priorität?

Wir leben in einer Welt, die in Zukunft zunehmend dezentrale im Vergleich zu zentralen Arbeitsbedingungen vorfinden wird. In dieser ist der kabelgebundene Datentransfer genauso wichtig, wie der mobile Datentransfer. Wir sehen Sendeanlagen grundsätzlich nicht als Problem an, da sie in Zukunft durch weiterentwickelte technische Standards an Größe und Dimension verlieren werden. Somit werden dann Sendeanlage weit weniger auf Gebäuden und Masten auffallen. Wir sind zudem der Meinung, dass reibungslos funktionierende
Datentransfertechnologien zu einer besseren ökologischen Bilanz führen werden und zudem
die Integration von beruflichen und privaten Verpflichtungen erleichtern werden. Wie wichtig der gutfunktionierende Datentransfer ist, zeigt sich aktuell in Coronazeiten, in Verbindung mit Homeschooling und Homeoffice. 

2. Wenn Ihrer Partei/Wählergemeinschaft der Ausbau hier in Mühltal mit 5G wichtig ist: Worin sehen Sie den konkreten Nutzen einer flächendeckenden mobilen Versorgung mit 5G, obwohl viele mobilen Anwendungen (inkl. dem autonomen Fahren) bereits mit bestehender Mobilfunktechnologie wie WLAN und LTE funktionieren bzw. funktionieren würden?

Wir sind nicht der Auffassung, dass die bestehenden Mobilfunkstandards in Zukunft nicht ausreichen werden, um den Bedarf an Datentransferleistungen zu decken. Wir denken dabei nicht in erster Linie an autonomes Fahren, sondern an einen effizienten Datenaustausch unabhängig vom Standort und den dort vorzufindenden Bedingungen. Wir sind zudem der Meinung, dass ein flächendeckender 5G Ausbau schneller und kostengünstiger vorantreiben werden kann als ein Glasfaser basiertes Festnetz.

3. Der Leiter des Technikfolgenausschusses des Bundestages, Prof. Armin Grunwald, nennt 5G ein Experiment am Menschen. Was kann aus Ihrer Sicht damit gemeint sein?

Die Ansichten von Herrn Prof. Dr. rer. nat. Armin Grunwald können wir nicht teilen. Wir sind der Auffassung, dass diese Position nicht mit dem Stand der Wissenschaft einhergeht. Dieser besagt, dass Frequenzbereiche, die zu einem effizienten Datentransfer notwendig sind, keine schädigende Wirkung auf lebende Organismen ausübt. Seit mehr als einem Jahrhundert wird ein breiter Frequenzbereich (Funk und Radio) genutzt, um Daten zu transferieren, ohne dass es Berichte zur gesundheitlichen Schädigung durch die Nutzung dieser Frequenzen gäbe.

4. Brüssel, Genf, die Bürgermeister von elf großen französischen Städten, 594 italienische Gemeinden sowie deutsche Kommunen wie Starnberg, Bad Wiessee und v. m. haben sich für ein Moratorium zu 5G ausgesprochen. Können Sie sich vorstellen, in Mühltal den Beispielen von Brüssel, Genf und anderen zu folgen, die für sich einen vorläufigen 5G-Stopp verhängt haben, bis die Risiken sicher geklärt sind?

Wir können uns dies nicht vorstellen, da es, wie zuvor bereits erwähnt, keine wissenschaftlich belegbaren Gründe für ein derartiges Vorgehen gibt.

5. Wer soll die Haftung bei Schäden durch Mobilfunk tragen? Der Betreiber oder die Allgemeinheit? Die Schweizer Rückversicherung Swiss Re hat Mobilfunkstrahlung schon 2013 in die höchste Risikokategorie eingestuft. D.h., Schäden durch Mobilfunk sind nicht versicherbar (Haftpflicht-Deckungsausschluss für Anlagen und Handy). Wie wollen Sie mit diesem Risiko umgehen?

Es gibt unserer Ansicht nach keine belastbaren Hinweise, die einen monokausalen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Mobilfunknetzen und der Entstehung von Erkrankungen belegen. Insofern entsteht auch kein Grund für versicherungspflichtige Risikominimierung. Wir sind auch der Auffassung, dass mögliche individuelle Risiken weder messbar noch quantifizierter sind. Auch aus diesem Grund besteht keine Notwendigkeit zur
haftungsrechtlichen Klärung. Schlussendlich sind die technischen Standards zur Etablierung eines flächendeckenden 5G Netzes genehmigungspflichtig. Eine solche Genehmigung ist grundsätzlich an eine tiefgehende Prüfung, auch hinsichtlich der Umwelteinflüsse und gesundheitlicher Schädigungen, gekoppelt. Nach dem Stand des Wissens ergeben sich daraus keine kalkulierbaren Risiken.